Dauerhafte Rücken-Schmerzen: Information in Leichter Sprache

Leichte-Sprache-chronischer-Kreuzschmerz.jpg

Viele Menschen haben Rücken-Schmerzen.
Meist tut der untere Rücken weh.
Bei manchen bleiben die Rücken-Schmerzen
für mehrere Monate bis Jahre.
Dann sprechen Fachleute von dauerhaften Rücken-Schmerzen.

Für wen ist dieses Informations-Blatt? 

Dieses Informations-Blatt ist für
Menschen mit dauerhaften Rücken-Schmerzen.
Dauerhaft heißt: Mehr als 12 Wochen.
Manchmal kommen die Rücken-Schmerzen plötzlich.
Dann sprechen Fachleute von plötzlichen Rücken-Schmerzen.
Zu plötzlichen Rücken-Schmerzen gibt es
ein eigenes Informations-Blatt in Leichter Sprache.
Sie finden dieses Informations-Blatt auf der Internet-Seite:
www.patienten-information.de/kurzinformationen/akuter-kreuzschmerz-leichte-sprache

Wozu ist der Rücken da?

Der Rücken ist wichtig,
damit Sie sich bewegen können.
Zum Beispiel: laufen, bücken, heben und tragen
Bei diesen Bewegungen arbeiten viele Körper-Teile zusammen:
Muskeln, Bänder und Gelenke.

Wo kommen die Rücken-Schmerzen her?

Es gibt viele Gründe für dauerhafte Rücken-Schmerzen.

Zum Beispiel:

  • Sie bewegen sich wenig.

  • Sie rauchen.

  • Sie haben Übergewicht.

Auch bei seelischen Problemen
oder Problemen auf der Arbeit
können die Rücken-Schmerzen dauerhaft bleiben.

Beispiele für seelische Probleme:

  • Sie sind oft traurig. 

  • Sie haben viel Stress. 

  • Sie haben viele Ängste. 

  • Andere Menschen beleidigen Sie. 

  • Andere Menschen behandeln Sie schlecht.

Beispiele für Probleme auf der Arbeit:

  • Sie sind unzufrieden mit Ihrer Arbeit. 

  • Ihre Arbeit ist sehr anstrengend für den Körper. 

  • Sie machen immer wieder die gleichen Bewegungen. 

  • Sie sitzen oder stehen den ganzen Tag in der gleichen Haltung.

  • Sie verlieren bald Ihre Arbeit.

Oft lässt sich kein eindeutiger Grund finden
für die dauerhaften Rücken-Schmerzen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Sie haben seit vielen Wochen Rücken-Schmerzen.
Nun prüft Ihr Arzt oder Ihre Ärztin,
welche Behandlungen Sie schon hatten.
Es wird auch geprüft,
ob man die bisherigen Behandlungen verändern sollte.

Die Ärztin oder der Arzt fragt Sie auch nach Problemen.
Bitte sprechen Sie offen über seelische Probleme 
und über Probleme auf der Arbeit.
Das kann dabei helfen,
Ihre Rücken-Schmerzen richtig zu behandeln.
Sie können der Ärztin oder dem Arzt vertrauen.

Es kann sein,
dass mehrere Fachleute Sie untersuchen.
Dann besprechen alle gemeinsam mit Ihnen
die weitere Behandlung.

Gibt es einen gefährlichen Grund für die Rücken-Schmerzen? 

Der Grund für dauerhafte Rücken-Schmerzen
ist meist harmlos.
Selten gibt es einen gefährlichen Grund. 
Deshalb sucht die Ärztin oder der Arzt 
nach Hinweisen auf einen gefährlichen Grund 
für die dauerhaften Rücken-Schmerzen.

Hinweise auf einen gefährlichen Grund sind zum Beispiel:

  • die Beine oder die Arme lassen sich kaum bewegen

  • taubes Gefühl in den Armen oder den Beinen

  • Kribbeln in den Armen oder den Beinen 

  • Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang

Manchmal wird eine Bild-Untersuchung vom Rücken gemacht. 
Zum Beispiel:

  • ein Röntgen  

  • eine Computer-Tomografie, kurz: CT 

  • eine Magnet-Resonanz-Tomografie, kurz: MRT

Bei diesen Untersuchungen werden Bilder
vom Inneren des Körpers erstellt.
Die Bilder zeigen zum Beispiel Knochen und Gelenke.
Das tut nicht weh.
Die Ärztin oder der Arzt sieht auf dem Bild,
was gesund ist und was krank ist.

Die Röntgen-Untersuchung geht schnell.
Sie können dabei stehen oder liegen.
Sie bekommen eine schwere Schürze angelegt.
Die schützt Sie vor den Röntgen-Strahlen.
Man sagt Ihnen,
welche Position Sie am Gerät einnehmen sollen.
Dann halten Sie kurz still.

Das Gerät für die CT-Untersuchung sieht aus
wie ein Ring.
Sie legen sich auf eine Liege.
Damit fahren Sie durch das Gerät.
Das dauert wenige Minuten.
Bei der CT-Untersuchung gibt es
eine Strahlen-Belastung.

Das Gerät für die MRT-Untersuchung sieht aus
wie eine Röhre.
Dort werden Sie hineingeschoben.
Dann wird es sehr laut.
Das dauert etwa 15 bis 30 Minuten.
Bei der MRT-Untersuchung gibt es
keine Strahlen-Belastung.

Was hilft bei dauerhaften Rücken-Schmerzen?

Sie haben bestimmt schon viele Behandlungen ausprobiert.
Aber trotzdem sind die Rücken-Schmerzen noch da.
Nach wie vor ist die Bewegung am wichtigsten.
Bewegen Sie sich möglichst normal in Ihrem Alltag weiter.
Sich schonen kann schaden.

Bei dauerhaften Rücken-Schmerzen
braucht die Behandlung Zeit.
Eine einzelne Behandlung hilft hier nicht genug.
Jetzt ist es wichtig,
verschiedene Behandlungen miteinander zu verbinden.

Deshalb soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt
Ihnen ein besonderes Behandlungs-Programm anbieten.
Das Fachwort ist mul-ti-mo-da-les Behandlungs-Programm.

Sie können dieses Behandlungs-Programm
in einer Klinik machen.
Dort bleiben Sie mehrere Wochen.
Oder Sie gehen dafür in eine Praxis
oder in eine Tages-Klinik.
Und gehen jeden Tag wieder nach Hause.

Bei diesem Behandlungs-Programm betreuen Sie
mehrere Fachleute und leiten Sie an.
Es ist wichtig,
dass Sie gut mitmachen.
Nur wenn Sie gut mitmachen,
dann kann Ihnen dieses Behandlungs-Programm helfen.

Welche Behandlungen gibt es?

Folgende Behandlungen können gemeinsam helfen:

  • sich viel bewegen 
  • sich richtig bewegen und entspannen üben:
    Dabei leitet Sie eine Fachperson an.
    Sie können zum Beispiel bei einer Rücken-Schule mitmachen.
    Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen auch anbieten:
    Ergo-Therapie, Massagen, Wärme-Therapie oder Akupunktur.

  • eine Psycho-Therapie:Dabei sprechen Sie mit einer Person
    über Ihre Gefühle und Ihre Probleme.
    Und Sie lernen,mit den Rücken-Schmerzen umzugehen.
    Das Fachwort ist kog-ni-ti-ve Verhaltens-Therapie.

  • sich über dauerhafte Rücken-Schmerzen informieren

  • sich zu Ihrer Arbeit beraten zu lassen

Wenn die Rücken-Schmerzen sehr stark sind,
können Sie zusätzlich Schmerz-Medikamente nehmen.
Dann können Sie sich besser bewegen.
Und Sie können Ihre Behandlungen besser durchführen.

Schmerz-Medikamente

Es gibt viele Schmerz-Medikamente.
Fachleute empfehlen Schmerz-Medikamente
mit bestimmten Wirkstoffen.
Diese Wirkstoffe heißen:

  • Diclofenac

  • Ibuprofen

  • Naproxen

Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt,
welches Schmerz-Medikament für Sie richtig ist.

Es ist schlecht,
wenn Sie diese Schmerz-Medikamente als Spritze erhalten.
An der Einstich-Stelle der Spritze können Schäden
an Haut, Muskeln oder Nerven entstehen.
Nehmen Sie die Schmerz-Medikamente daher besser
als Tablette, Zäpfchen oder Tropfen ein.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen dafür ein Rezept geben.

Schmerz-Medikamente können Nebenwirkungen haben.
Zum Beispiel: Magen-Probleme

Manchmal helfen diese Schmerz-Medikamente nicht.
Und die Schmerzen bleiben heftig.
Dann gibt es starke Schmerz-Medikamente.
Diese starken Schmerz-Medikamente heißen O-pi-o-i-de.
Aber damit muss man vorsichtig sein.
O-pi-o-i-de können abhängig machen.

Es gibt auch Schmerz-Medikamente,
die nicht bei Rücken-Schmerzen helfen.
Zum Beispiel: Paracetamol
Das sollten Sie nicht nehmen bei Rücken-Schmerzen.

Was können Sie selbst tun?

Sie können viel tun,
um die Rücken-Schmerzen zu lindern:

  • Bewegen Sie sich mehr im Alltag.
    Zum Beispiel:
    Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug.
    Gehen Sie zu Fuß statt mit dem Bus zu fahren.
    Und machen Sie Sport.

  • Wenn Sie bei der Arbeit viel sitzen,
    dann stehen Sie zwischendurch öfter auf.
    Gehen Sie einige Schritte oder strecken Sie sich.

  • Gute Sitzmöbel sind bei der Arbeit wichtig.
    Sprechen Sie Ihre Chefin oder Ihren Chef darauf an.

  • Übergewicht ist schlecht für Ihren Rücken.
    Bei Übergewicht hilft es Ihnen,
    wenn Sie abnehmen.

  • Es kann helfen,
    mit vertrauten Personen
    über seelische Probleme zu sprechen.
    Wenn Sie Ängste oder Sorgen haben,
    dann sagen Sie das auch Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wollen Sie Sport machen?

Dann suchen Sie sich eine Sport-Art aus,
die Ihnen Spaß macht.
Geeignet ist eine Sport-Art,
die gut für den Rücken ist.
Zum Beispiel: Schwimmen, Wandern oder Radfahren

Alle Menschen können Sport treiben.
Hindert Sie etwas beim Sport,
zum Beispiel eine Behinderung oder Schmerzen?
Dann fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt,
was Sie tun können.

Wer hat dieses Informations-Blatt gemacht?

Dieses Informations-Blatt ist vom
Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin, kurz: ÄZQ.
Das ÄZQ ist eine Gruppe von Fachleuten für Gesundheit.
Die Informationen auf diesem Blatt sind zuverlässig und aktuell.
Mehr über das ÄZQ erfahren Sie unter:
www.patienten-informationen.de

Oder Sie schreiben dem ÄZQ eine E-Mail an:
patienteninformation@azq.de

Für die Texte in Leichter Sprache arbeitet das ÄZQ
zusammen mit Special Olympics Deutschland, kurz: SOD.
SOD ist die größte Sport-Organisation
für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.
Mehr Informationen zum Thema Gesundheit in Leichter Sprache
finden Sie unter: www.gesundheit-leicht-verstehen.de

Den Original-Text zu diesem Informations-Blatt finden Sie unter: www.patienten-information.de/kurzinformationen/chronischer-kreuzschmerz

August 2020, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

Mehr zum Thema in Alltagssprache

Für diese Information haben wir die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Kreuzschmerz genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.

Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).

Internet www.nakos.de
Telefon 030 31018960

Weitere Selbsthilfeorganisation zum Thema:

Unsere Gesundheitsinformationen können Sie kostenlos herunterladen, ausdrucken und verteilen. Es gibt auch die Möglichkeit, diese bei Anbietern von Print on Demand auf hochwertigem Papier und in beliebiger Auflage kostenpflichtig ausdrucken zu lassen – wie zum Beispiel dem DDZ.

Für die Texte in Leichter Sprache arbeitet das ÄZQ
zusammen mit Special Olympics Deutschland, kurz SOD.
SOD ist die größte Sport-Organisation
für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.
SOD kennt sich besonders gut aus beim Thema
Sport und Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung.
Mehr Informationen zum Thema Gesundheit in Leichter Sprache
finden Sie unter: www.gesundheit-leicht-verstehen.de

Hier finden Sie Dokumente zur Methodik, alle benutzten Quellen sowie weiterführende Links

Methodik

Verwendete Quellen

  • Kreuzschmerzen –wenn sie dauerhaft bleiben
    Sie haben seit längerem Rückenschmerzen. Diese chronischen Schmerzen können belasten, doch etwas Ernsthaftes steckt nur selten dahinter. Sie selbst können Einiges gegen Ihre Beschwerden tun, zum Beispiel sich im Alltag weiter bewegen.

Weiterführende Links

Hinweise und Kommentare

Sie haben Hinweise und Kommentare zu unserem Internetangebot?

Extras

Checklisten

Checklisten

Wir bieten Orientierung im Gesundheitswesen und geben Antworten auf Fragen.
Weiterlesen
Wörterbuch

Wörterbuch

Hier erklären wir Fachbegriffe und gängige Abkürzungen allgemeinverständlich.
Weiterlesen
Leichte Sprache

Leichte Sprache

Hier finden Sie Krankheiten und Gesundheitsfragen in sehr einfacher Form erklärt.
Weiterlesen
Flyer "Patientenportal"

Flyer "Patientenportal"

Den neuen Flyer können Sie kostenlos bestellen, auslegen und weitergeben.
Weiterlesen
Wird geladen