Fibromyalgie-Syndrom – wenn Muskeln und Glieder dauerhaft schmerzen

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Sie haben seit Monaten anhaltende Schmerzen in vielen Körperbereichen, Schlafprobleme und fühlen sich erschöpft? Möglicherweise wurde bisher keine Ursache dafür gefunden. Vielleicht hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt daher den Verdacht auf ein Fibromyalgie-Syndrom geäußert und Sie möchten nun mehr darüber erfahren.

Auf einen Blick

Erkrankung

Trotz starker Schmerzen und Erschöpfung führt diese Krankheit nicht zu Schäden an Muskeln, Gelenken oder Organen. Die Betroffenen haben eine normale Lebenserwartung.

Anzeichen

Typische Beschwerden beim Fibromyalgie-Syndrom sind unter anderem: mehr als 3 Monate bestehende Schmerzen in mehreren Körperbereichen, Erschöpfung und Schlafstörungen.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern, etwa mit körperlichem Training und Schulungen.

Die Erkrankung

Das Fibromyalgie-Syndrom (kurz: FMS) ist eine dauerhafte Erkrankung. Wörtlich übersetzt bedeutet Fibromyalgie "Faser-Muskel-Schmerz". Da hier unterschiedliche Beschwerden zusammentreffen, spricht man von einem Syndrom.  

Etwa 2 von 100 Menschen sind vom FMS betroffen, Frauen häufiger als Männer. Die Beschwerden treten meist im Alter von 40 bis 60 Jahren auf, seltener bei Kindern, Jugendlichen oder im hohen Lebensalter. Bis heute ist die Ursache nicht geklärt. Man vermutet, dass die persönliche Veranlagung, belastende Lebensereignisse, schlecht verarbeiteter Stress und Überlastung eine Rolle spielen.  

Obwohl die Schmerzen oft quälend und belastend sind, führt das FMS nicht zu Schäden an Muskeln, Gelenken oder Organen. Die Lebenserwartung ist normal.  

Anzeichen für ein FMS

Die drei wichtigsten Krankheitszeichen sind:

  • Länger als 3 Monate bestehende Schmerzen auf beiden Körperseiten. Mindestens 4 der 5 Körperbereiche sind betroffen: Rücken mit Brustkorb, rechter Arm, linker Arm, rechtes Bein, linkes Bein und

  • Müdigkeit, Erschöpfung und

  • Schlafstörungen, man fühlt sich nicht ausgeschlafen.

Die Schmerzen können anhalten, wiederkehren oder wandern. Sie verstärken sich oft bei Stress, Nässe, Kälte und längerem Sitzen oder Liegen.  

Viele weitere Krankheitszeichen können bei einem FMS auftreten, zum Beispiel:  

  • Kopfschmerzen, schmerzhaft verspannte Muskeln an Brustbein, Kiefer oder im Gesicht

  • körperliche Beschwerden, wie Regelschmerzen, Herzrasen, Atem- oder Magen-Darm-Probleme

  • Reiz-Überempfindlichkeiten, zum Beispiel der Augen, Geräusch- oder Geruchsempfindlichkeit

  • Konzentrationsprobleme oder Leistungsabfall

  • seelische Beschwerden, wie Nervosität, innere Unruhe, Niedergeschlagenheit oder Angst

Ein FMS erkennen

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt befragt Sie ausführlich zu Ihrer Lebenssituation, weiteren Erkrankungen und Ihren Medikamenten. Auch Fragebögen kommen zum Einsatz, etwa zu Ihren Schmerzen.

Anschließend untersucht man Sie körperlich. Meist folgen weitere Untersuchungen, zum Beispiel ein Bluttest. Das dient dazu, andere Erkrankungen auszuschließen, unter anderem Gelenk-Entzündungen oder Stoffwechsel-Krankheiten. Dafür sind manchmal weitere fachärztliche Untersuchungen empfehlenswert.

Ein FMS behandeln

Das FMS ist nicht heilbar. Nur selten verschwinden die Schmerzen dauerhaft und vollständig. Eine Behandlung kann die Beschwerden aber wirksam lindern. Sie richtet sich nach Ihrer persönlichen Situation.

Wissen und Schulung

Sie können lernen, mit Ihren Beschwerden besser umzugehen. In einer Patientenschulung erhalten Sie viele Informationen zu Ihrer Erkrankung und deren Behandlung sowie praktische Hinweise, um Ihr Wohlbefinden zu steigern und Stress zu verringern. 

Sehr wirksam: Körperliche Bewegung

Fachleute empfehlen mehrmals pro Woche für mindestens 30 Minuten ein leichtes Ausdauertraining, wie Walking, Schwimmen oder Radfahren. Sanftes Kraft- und Funktionstraining zweimal wöchentlich sind ebenfalls wirksam, zum Beispiel (Wasser-)Gymnastik in Gruppen. Wichtig ist, Muskeln und Bänder regelmäßig zu bewegen, ohne sie dabei zu stark zu belasten.

Seelische Begleit-Erkrankungen behandeln

Bei seelischen Belastungen empfehlen Fachleute zusätzlich eine Psychotherapie, insbesondere eine kognitive Verhaltenstherapie. Zudem sind hier manchmal Medikamente hilfreich. Studien weisen darauf hin, dass das Arzneimittel Amitriptylin helfen kann. Es kann niedrig dosiert für eine gewisse Zeit zum Einsatz kommen. Häufige Nebenwirkungen sind Benommenheit, trockener Mund und Kopfschmerzen. Wenn das nicht wirkt, kommen in Einzelfällen vorübergehend andere Arzneimittel in Frage. Besprechen Sie dies mit Ihrem Ärzteteam.  

Kombinationen bei schwerem Krankheitsverlauf

Bei einem schweren Verlauf empfehlen die Fachleute, verschiedene Verfahren zu kombinieren, etwa Ausdauertraining und kognitive Verhaltenstherapie. Dazu können auch Physiotherapie und Ergotherapie gehören.  

Eine Behandlung in einer Schmerzklinik oder psychosomatischen Klinik kann hier ebenfalls hilfreich sein.

Nicht empfohlene Behandlungen

Folgende Behandlungen bringen oft keine Linderung und können teils sogar schaden. Daher empfehlen die Fachleute sie nicht: die meisten Schlaf- und Schmerzmittel (insbesondere starke Opioide), Spritzen in schmerzende Körperstellen, Hormone wie Kortison und einige physikalische Verfahren, zum Beispiel Massage, Magnetfeldtherapie und Chirotherapie. Fachleute raten auch von speziellen Operationen ab, die angeblich ein FMS heilen sollen.

Was Sie selbst tun können

  • Wahrscheinlich werden Sie nicht sofort einen Erfolg der Behandlung spüren. Es kann einige Zeit dauern, bis sie wirkt.

  • Körperliche Bewegung tut gut. Da viele Übungen mit Schmerzen verbunden sein können, sollten Sie langsam beginnen und sich nur vorsichtig steigern. Wählen Sie am besten etwas aus, das Ihnen Freude macht.

  • Es ist empfehlenswert, sich selbst zu beobachten. Als Hilfe können Sie Ihre Beschwerden in einem Tagebuch notieren. So können Sie herausfinden, ob Ihnen eine Behandlung nutzt oder nicht.

  • Versuchen Sie, möglichst feste Schlafenszeiten einzuhalten. Ruhezeiten im Alltag sind sinnvoll.

  • Sie können lernen, sich zu entspannen und Stress zu bewältigen. Entspannungsübungen und meditative Bewegungstherapien, wie Tai-Chi, Qi-Gong oder Yoga, können hier unterstützend wirken.

  • Sie können Ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen austauschen, etwa in einer Selbsthilfegruppe.

Juni 2021, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

Mehr zum Thema

Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).

Internet www.nakos.de 
Telefon 030 31018960

Selbsthilfe-Organisationen:

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Hier finden Sie Dokumente zur Methodik, alle benutzten Quellen der Kurzinformation "Fibromyalgie-Syndrom" sowie weiterführende Links.

Methodik

Verwendete Quellen

Fachliteratur 2021

Patienteninformation 2021

Weiterführende Links

Diese Auflistung ist eine Auswahl, sie wird fortlaufend ergänzt und ist nicht vollständig.

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