Plötzliche Kreuzschmerzen – brauche ich ein Röntgen, CT oder MRT?

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Plötzlich auftretende Kreuzschmerzen sind oft belastend, schränken den Alltag ein und können beunruhigen: Möglicherweise steckt etwas Ernsthaftes dahinter? Häufig sind sie aber harmlos und bilden sich in kurzer Zeit wieder zurück. Ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung genügen meist. Finden sich dabei keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache, ist ein Röntgen, CT oder MRT vorerst nicht nötig.

Empfehlung

Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, warum Sie bei plötzlichen Kreuzschmerzen zunächst kein Röntgen, CT oder MRT brauchen.

Was sind Kreuzschmerzen?

Kreuzschmerzen sind Schmerzen im Rückenbereich unterhalb des Rippenbogens und oberhalb der Gesäßfalten. Sie können auch in andere Regionen ausstrahlen, zum Beispiel in die Beine.

Woher kommen Kreuzschmerzen?

Kreuzschmerzen können durch Stress, verspannte Muskeln, Fehlbelastungen, mangelnde Bewegung oder Übergewicht entstehen.

Selten sind Kreuzschmerzen dagegen auf eine konkrete Ursache zurückzuführen, wie Bandscheibenvorfall, Entzündung, Knochenbruch oder – sehr selten – Krebs.

Sind Kreuzschmerzen gefährlich?

Plötzlich auftretende Kreuzschmerzen sind meist harmlos und bessern sich in der Regel nach kurzer Zeit wieder von allein.

Welche Untersuchungen brauche ich?

Kommen Sie mit plötzlichen Kreuzschmerzen in die Arztpraxis, muss geklärt werden, ob es eine ernsthafte Ursache dafür gibt. Dazu befragt der Arzt oder die Ärztin Sie ausführlich und untersucht Sie körperlich. Meist lässt sich damit ausschließen, dass etwas Ernsthaftes vorliegt. Dann ist kein Röntgen, CT oder MRT notwendig.

Ergeben sich Hinweise auf schwerwiegende Ursachen oder stellt sich im Verlauf keine Besserung ein, kann eine bildgebende Untersuchung wichtig werden.

Warum kein Röntgen, CT oder MRT?

Durch die Untersuchungen können Veränderungen am Rücken entdeckt werden, die jedoch nicht Ursache der Schmerzen sind. Das kann Ängste wecken und Betroffene belasten. Die Schmerzen können dadurch dauerhaft werden. Zudem können unnötige Behandlungen die Folge sein, die eher schaden als nutzen.

April 2018, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

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Für diese Information haben wir die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Kreuzschmerz genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.

Dieses Patientenblatt ist Bestandteil der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) "Nicht-spezifischer Kreuzschmerz".

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