Typ-2-Diabetes – Welche Medikamente gibt es?

diabetes-medikamente.jpg

Bei Diabetes ist zu viel Zucker im Blut. Zu Beginn der Behandlung besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie Ihr Blutzucker eingestellt sein sollte. Erreichen Sie diesen Wert nicht durch Ernährung und Bewegung, kommen Medikamente dazu. In bestimmten Abständen prüft die Ärztin oder der Arzt dann den Blutzuckerwert. Wenn ein Medikament allein nicht ausreicht, können weitere hinzukommen:

 

Empfehlung:

Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Medikamente für Sie geeignet sind. Nehmen Sie diese wie verordnet ein und sprechen Sie Nebenwirkungen an.

» Metformin

… ist bei Diabetes Typ 2 das Mittel der ersten Wahl, wenn Sie Medikamente erhalten sollen. Es hemmt die Zuckerproduktion in der Leber und sorgt dafür, dass der Darm weniger Zucker aufnimmt. Dadurch senkt es den Blutzuckerspiegel. Metformin kann vermutlich einige vorzeitige Todesfälle und herzbedingte Folgeschäden des Diabetes verhindern. Wenn Ihre Nierenfunktion erheblich eingeschränkt ist, dürfen Sie Metformin nicht bekommen. Metformin nehmen Sie als Tablette ein.  

» Sulfonylharnstoffe

… regen an, dass der Körper mehr Insulin freisetzt. So wird der Blutzuckerspiegel gesenkt. Sulfonylharnstoffe können vermutlich einige Folgeschäden an Augen, Nerven und Füßen verhindern. Es kann zu Unterzuckerungen und Gewichtszunahme kommen. Sulfonylharnstoffe nehmen Sie als Tablette zusätzlich zu Metformin, wenn der Blutzucker weiterhin zu hoch ist.

» DPP-4-Hemmer

… sorgen dafür, dass ein Hormon langsamer abgebaut wird, das die Ausschüttung von Insulin fördert. So senken sie den Blutzuckerspiegel. Ob sie Folgeschäden des Diabetes verhindern können, wurde bislang nicht durch Studien belegt. DPP-4-Hemmer können Sie zusätzlich zu Metformin als Tablette erhalten, wenn der Blutzucker immer noch zu hoch ist.

» Gliflozine

Durch Gliflozine scheidet der Körper mehr Zucker über den Urin aus. Das senkt den Blutzuckerspiegel. Gliflozine können außerdem einige vorzeitige Todesfälle und Schäden an Herz und Nieren verhindern. Diese Wirkung zeigen sie vor allem bei Menschen mit bestehender Herzerkrankung. Gliflozine erhalten Sie als Tabletten zusätzlich zu Metformin. Für wen Gliflozine empfohlen werden, lesen Sie in einer Extra-Information.

» Glutide

… fördern die Insulin-Ausschüttung und hemmen ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel erhöht. Sie senken den Blutzucker und verhindern außerdem einige Schäden an Herz und Nieren. Auch sie wirken am deutlichsten bei Menschen mit einer Herzerkrankung. Für wen sie empfohlen werden, lesen Sie in einer Extra-Information. Die Wirkstoffe werden meist gespritzt, zusätzlich zu Metformin.

» Insulin

… ist ein Hormon, das den Abbau des Zuckers im Blut fördert und so den Blutzucker stark senkt. Wenn der Diabetes weit fortgeschritten ist oder kurzfristig außer Kontrolle gerät, kann es nötig werden. Es gibt langwirksame Insuline, die man einmal am Tag spritzt. Wenn das nicht ausreicht, können kurzwirksame Insuline dazukommen. Es kann vermehrt zu Unterzuckerungen und Gewichtszunahme kommen. 

Übersicht: Wie wirken die unterschiedlichen Diabetes-Medikamente?

 

März 2021, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

Mehr zum Thema

  • Diabetes Typ 2 – wie läuft die Behandlung ab?

    Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist der Blutzucker dauerhaft zu hoch. Hier erhalten Sie einen Überblick über Ziele und Möglichkeiten der Behandlung des Typ-2-Diabetes, wie Schulungen, Diabetes-Tabletten (orale Antidiabetika) oder Insulin. Unter anderem erfahren Sie, aus welchen Stufen sich eine Therapie zusammensetzt.

  • Typ-2-Diabetes – Medikamente: Wann helfen Gliflozine oder Glutide?

    Typ-2-Diabetes (Zuckerkrankheit) kann Folgeschäden an den Blutgefäßen verursachen, die Herz, Nieren und Gehirn versorgen. Gliflozine (Empagliflozin, Dapagliflozin) oder Glutide (Liraglutid, Dulaglutid) in Kombination mit Metformin senken das Risiko für solche Schäden. Für wen diese Medikamente geeignet sind und welche Vorteile und Nachteile sie haben, lesen sie hier.

  • Typ-2-Diabetes – Wie soll der Blutzucker eingestellt sein?

    Bei Diabetes ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Die Behandlung richtet sich nach dem Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c). Welcher HbA1c-Wert angemessen ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Diese Information erklärt, welche Umstände Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berücksichtigen sollten, wenn Sie einen Zielwert für das HbA1c festlegen.

Für diese Information haben wir die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Diabetes genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.

Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).

Internet www.nakos.de 
Telefon 030 31018960

    Dieses Patientenblatt ist Bestandteil der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) "Diabetes".

    Weiterführende Links

    Extras

    Checklisten

    Checklisten

    Wir bieten Orientierung im Gesundheitswesen und geben Antworten auf Fragen.
    Weiterlesen
    Wörterbuch

    Wörterbuch

    Hier erklären wir Fachbegriffe und gängige Abkürzungen allgemeinverständlich.
    Weiterlesen
    Leichte Sprache

    Leichte Sprache

    Hier finden Sie Krankheiten und Gesundheitsfragen in sehr einfacher Form erklärt.
    Weiterlesen
    Flyer "Patientenportal"

    Flyer "Patientenportal"

    Den neuen Flyer können Sie kostenlos bestellen, auslegen und weitergeben.
    Weiterlesen
    Wird geladen