KHK – Operations-Möglichkeiten: Information in Leichter Sprache

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Bei einer koronaren Herz-Krankheit
ist das Herz krank. 
Die Abkürzung für koronare Herz-Krankheit ist KHK
Eine KHK kann starke Beschwerden verursachen. 
Die Krankheit kann auch schwere Folgen haben, 
zum Beispiel einen Herz-Infarkt. 
Aber man kann eine KHK gut behandeln.

Für wen ist dieses Informations-Blatt? 

Dieses Informations-Blatt ist für 
Menschen mit dauerhafter KHK. 
Es gibt verschiedene Behandlungs-Möglichkeiten
bei einer KHK. 
Hier informieren wir Sie über die Operations-Möglichkeiten.
Noch mehr Informationen in Leichter Sprache zur KHK
gibt es in 2 anderen Informations-Blättern. 
Diese beantworten Fragen zu Lebensweise und Medikamenten
sowie zum Notfall bei KHK.  
Sie finden diese Informations-Blätter auf der Internet-Seite: 
www.patienten-information.de/leichte-sprache

Was macht das Herz?

Das Herz hat lebenswichtige Aufgaben.
Es pumpt das Blut durch den Körper.
So versorgt es den Körper
mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Das Blut fließt in Blut-Gefäßen.
Das Herz braucht selbst viel Blut,
damit es ständig pumpen kann.

Wie entsteht eine KHK?

Kleine Blut-Gefäße versorgen das Herz mit Blut.
Diese Blut-Gefäße heißen Herz-Kranz-Gefäße.
Sie liegen wie ein Kranz um das Herz.

In den Herz-Kranz-Gefäßen können sich
kleine Teilchen aus Kalk und Fett sammeln.
So werden sie langsam immer enger.
Dann verstopfen die Herz-Kranz-Gefäße.
Dadurch fließt weniger Blut zum Herzen.
Das kann zu Schmerzen in der Brust führen.
Die Schmerzen treten oft auf,
wenn Sie sich körperlich anstrengen.
Zum Beispiel beim schnellen Laufen oder Treppen steigen.

Wie kann eine KHK behandelt werden?

Eine KHK ist nicht heilbar. 
Aber mit der passenden Behandlung 
können Sie gut damit leben.

Die wichtigsten Behandlungs-Möglichkeiten sind:

  • eine gesunde Lebensweise

  • Medikamente

Manchmal reichen diese Behandlungen nicht aus.
Dann kann eine Operation helfen.

Welche Operations-Möglichkeiten gibt es?

Es gibt 2 mögliche Operationen bei einer KHK:

  1. Stent-Operation
    Das spricht man: S-tänt-Operation.
    Eine Stent-Operation ist eine kleine Operation.
  1. Bypass-Operation
    Das spricht man: Bei-Pass-Operation.
    Eine Bypass-Operation ist
    eine große Operation.

Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt,
welche Operation für Sie geeignet ist.
Es gibt Vorteile und Risiken
bei beiden Operationen.

Wichtig ist:
Auch nach einer Operation
sollten Sie täglich Ihre Medikamente nehmen.

Was passiert bei einer Stent-Operation?

Ein Stent ist ein kleines und biegsames Rohr aus Draht. 
Die Ärztin oder der Arzt setzt ein solches Rohr
in das verstopfte Herz-Kranz-Gefäß.
Dazu sticht die Ärztin oder der Arzt mit einer dicken Nadel
in ein Blut-Gefäß am Bein oder am Arm.

Damit das nicht weh tut,
bekommen Sie eine Betäubung am Bein oder Arm.
Während der Operation sind Sie wach
und können mit dem Arzt oder der Ärztin sprechen.

Durch das Blut-Gefäß schiebt die Ärztin oder der Arzt
einen dünnen Schlauch bis zum Herzen.
Das ist möglich, weil alle Blut-Gefäße
miteinander verbunden sind.
In dem Schlauch befindet sich der Stent.

Der Stent wird bis an die verstopfte Stelle geschoben. 
Dort bleibt er.
Er hält das Herz-Kranz-Gefäß offen.
So kann das Blut wieder besser fließen.

Wenn mehrere Herz-Kranz-Gefäße verstopft sind,
können mehrere Stents eingesetzt werden.

Nach der Stent-Operation 
bleiben Sie eine Nacht in der Klinik.
Danach können Sie nach Hause gehen.
Die meisten Menschen können nach wenigen Tagen
wieder ganz normal leben.

Welche Vor- und Nachteile haben Stents?

Die kleine Operation kann Vorteile und Nachteile haben.

Vorteil ist:
Stents können Beschwerden einer KHK verringern.

Man weiß aber nicht genau:

  • Können Stents schwere Folgen der KHK verhindern?
  • Leben Menschen mit Stents länger?

Nachteile sind:
Wenn Stents eingesetzt werden, 
dann kann es Nebenwirkungen geben. 
Zum Beispiel:

  • Es kann stark bluten an der Stelle,
    wo der Schlauch in das Blut-Gefäß geschoben wurde.
  • Sehr wenige Menschen bekommen einen Herz-Infarkt.

Was passiert bei der Bypass-Operation?

Eine Bypass-Operation ist eine große Operation.

Zuerst erhalten Sie eine Narkose. 
Das heißt: Sie werden betäubt
und schlafen tief während der Operation.
Dann haben Sie auch keine Schmerzen.
Während der Operation 
versorgt eine Maschine Ihren Körper mit Sauerstoff. 
Diese Maschine heißt: Herz-Lungen-Maschine.

Die Ärztin oder der Arzt schneidet dann den Brustkorb auf 
und legt das Herz frei.

Die Ärztin oder der Arzt setzt am Herz 
ein neues Stück von einem Blut-Gefäß ein. 
Dafür nimmt man ein Stück
von einem anderen Blut-Gefäß aus Ihrem Körper. 
Damit wird das verstopfte Herz-Kranz-Gefäß überbrückt. 
So kann wieder mehr Blut zum Herz fließen.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Bypass-Operation?

Die große Operation kann Vorteile und Nachteile haben.

Vorteile sind:

  • Die Beschwerden werden weniger.
  • Manche Menschen leben länger.

Nachteil ist:

  • Es dauert lange,
    bis Sie sich wieder erholt haben.

Außerdem gibt es bei einer Bypass-Operation diese Risiken:

  • Sehr wenige Menschen bekommen einen Schlag-Anfall. 
  • Sehr wenige Menschen sterben bei der Operation 
    oder kurz danach. 

Wer hat dieses Informations-Blatt gemacht?

Dieses Informations-Blatt ist vom
Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin, kurz: ÄZQ.
Das ÄZQ ist eine Gruppe von Fachleuten für Gesundheit.
Die Informationen auf diesem Blatt sind zuverlässig und aktuell.
Mehr über das ÄZQ erfahren Sie unter:
www.patienten-informationen.de

Oder Sie schreiben dem ÄZQ eine E-Mail an:
patienteninformation@azq.de

Für die Texte in Leichter Sprache arbeitet das ÄZQ
zusammen mit Special Olympics Deutschland, kurz: SOD.
SOD ist die größte Sport-Organisation
für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.
Mehr Informationen zum Thema Gesundheit in Leichter Sprache
finden Sie unter: www.gesundheit-leicht-verstehen.de

Den Original-Text zu diesem Informations-Blatt finden Sie unter: 
www.patienten-information.de/kurzinformationen/koronare-herzkrankheit
und www.patienten-information.de/patientenblaetter/khk-stent-bypass

Dezember 2020, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

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Für diese Information haben wir die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Chronische KHK  genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.

Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).

Internet www.nakos.de
Telefon 030 31018960

Unsere Gesundheitsinformationen können Sie kostenlos herunterladen, ausdrucken und verteilen. Es gibt auch die Möglichkeit, diese bei Anbietern von Print on Demand auf hochwertigem Papier und in beliebiger Auflage kostenpflichtig ausdrucken zu lassen – wie zum Beispiel dem DDZ.

Für die Texte in Leichter Sprache arbeitet das ÄZQ
zusammen mit Special Olympics Deutschland, kurz SOD.
SOD ist die größte Sport-Organisation
für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.
SOD kennt sich besonders gut aus beim Thema
Sport und Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung.
Mehr Informationen zum Thema Gesundheit in Leichter Sprache
finden Sie unter: www.gesundheit-leicht-verstehen.de

Hier finden Sie Dokumente zur Methodik, alle benutzten Quellen sowie weiterführende Links.

Methodik

Verwendete Quellen

  • KHK – wenn sich die Herzgefäße verengen
    Eine koronare Herzkrankheit (kurz: KHK) ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Bei ihr sind die Gefäße verengt, die das Herz mit Blut versorgen. Das führt zu Brustschmerzen (Angina pectoris), Engegefühl und Luftnot. Mit einer passenden Behandlung können Sie gut mit einer KHK leben.
  • Bei Ihnen sollen verengte Herzkranzgefäße mithilfe von Stents offengehalten oder operativ "überbrückt" (Bypass) sollen. Nutzen Sie diese Information, um gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu entscheiden, welcher Eingriff für Sie der passende ist.

Weiterführende Links

Bildquellennachweis: Patrick Rebacz / www.visionom.de

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