Patientenleitlinie: Asthma
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Nicht-medikamentöse Behandlungen

Medikamente sind eine wichtige Grundlage für die Behandlung von Asthma. Aber sie reichen als alleinige Behandlung nicht aus. Ergänzend kommen verschiedene andere Maßnahmen zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem: Atem-Techniken erlernen, Schulungen besuchen, körperliches Training, Auslöser vermeiden und auf Rauchen verzichten. Durch Ihr eigenes Verhalten tragen Sie auf diese Weise aktiv zum Behandlungserfolg bei.

Selbsthilfe-Techniken bei Atemnot

Eine Situation mit plötzlicher Atemnot kann man als sehr bedrohlich empfinden. Oft ist dann nicht sofort ärztliche Hilfe da. Bis Hilfe kommt, ist man darauf angewiesen, sich selbst zu beruhigen und sich das Atmen zu erleichtern. Für den eigenständigen Umgang mit der Krankheit ist es deshalb besonders wichtig, bestimmte Selbsthilfe-Techniken zu erlernen. Es ist ratsam, möglichst früh nach der Diagnose damit zu beginnen und ständig in Übung zu bleiben.

Die Leitlinie empfiehlt:

Nach Meinung der Expertengruppe soll man Ihnen in einer Schulung, Rehabilitation, beim Lungen-Sport oder bei der Physiotherapie die verschiedenen Selbsthilfe-Techniken bei Atemnot genau erklären und mit Ihnen einüben.

Lippenbremse

Eine hilfreiche Atemtechnik bei Atemnot ist die sogenannte Lippenbremse. Fachleute sprechen auch von dosierter Lippenbremse. Bei der Lippenbremse liegen die Lippen locker aufeinander. Beim Ausatmen strömt die Luft langsam zwischen den Lippen aus der Mundhöhle hinaus. Der gleichmäßige Druckabfall in den Atemwegen erleichtert das Ausatmen, die Atemwege bleiben offener. Dadurch fällt das Atmen leichter. Bewusst extra viel Luft dabei einzuatmen, ist nicht hilfreich.  

Abbildung 10: Atemtechnik Lippenbremse

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Atmungserleichternde Körperstellungen

Bei Luftnot können Sie bestimmte Körperstellungen einnehmen, die Ihnen das Atmen erleichtern. Entscheidend ist, dass die Arme nicht hängen. Die Schultern werden dadurch hochgedrückt.

Günstig sind zum Beispiel der Kutschersitz, die Torwart-Stellung und das Abstützen der Arme im Stehen. Dadurch entlastet man den Brustkorb vom Gewicht der Schultern. So können die Atemmuskeln besser arbeiten. Wenn Sie eine dieser Körperstellungen gleichzeitig mit der Technik der Lippenbremse nutzen, fällt das Atmen noch leichter.

Abbildung 11:  Atmungserleichternde Körperstellungen

» Der Kutschersitz 

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Bei erschwerter Atmung können Sie Ihre Atemmuskeln unterstützen, indem Sie sich hinsetzen. Wenn Sie sitzen, beugen Sie den Oberkörper nach vorn und stützen die Unterarme auf den Oberschenkeln oder einer Tischplatte ab. 

» Die Torwart-Stellung

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Im Stehen leicht in die Knie gehen und bei vorgebeugtem Oberkörper die Hände auf den Oberschenkeln abstützen. Die Schultern werden dadurch hochgedrückt. 

» Abstützen auf einem stabilen Gegenstand

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Im Stehen beugen Sie sich leicht nach vorne und stützen beide Arme auf einem stabilen Tisch, einem Waschbecken oder einer Stuhllehne ab. Die Schultern werden dadurch hochgedrückt.

» Abstützen an der Wand

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Im Stehen stützen Sie eine Hand gegen eine Wand. Dieser Arm dient als Stütze. Mit der anderen Hand stützen Sie sich in der Taille ab. Dadurch werden die Schultern hochgedrückt.

Im Internet können Sie sich dazu Erklär-Filme anschauen. Unter anderem hat die Deutsche Atemwegsliga e. V. ein Video zum Thema "Selbsthilfe bei Atemwegsbeschwerden" erstellt: www.atemwegsliga.de/nicht-medikamentoese-massnahmen.html

Im Kapitel Was Sie selbst tun können finden Sie weitere praktische Tipps zum eigenständigen Umgang mit der Krankheit.

Schulungen besuchen

Wichtig ist, dass Sie Ihre Krankheit verstehen und lernen, sie bestmöglich mit Ihrem Alltag zu vereinbaren. Patientenschulungen helfen dabei. So können Sie das Gespräch mit der Ärztin besser gestalten und die empfohlene Behandlung leichter einhalten.

Die Leitlinie empfiehlt:

Bei einer Asthma-Behandlung mit Langzeit-Medikamenten soll Ihnen die Ärztin oder der Arzt eine Schulung anbieten und vermitteln. Bei Bedarf soll man Ihnen im Krankheitsverlauf wiederholt Schulungen anbieten.

Studien weisen darauf hin, dass sich durch die Teilnahme an Schulungen der Krankheitsverlauf verbessern kann.

Eine Schulung vermittelt folgende Inhalte:

  • Krankheitsverständnis: Grundlagen des Asthmas mit seinen Folgen und Behandlungsmöglichkeiten;

  • Aufklären über einen gesundheitlich günstigen Lebensstil, zum Beispiel körperliches Training und Rauchverzicht;

  • richtiger Umgang mit den Medikamenten, Nutzen und Schaden der einzelnen Wirkstoffe;

  • Erlernen von Inhalationstechniken (siehe Kapitel Inhalier-Geräte – richtig inhalieren lernen);

  • Erhalt eines persönlichen Asthma-Aktionsplans;

  • Hilfen und Unterstützung, um eigenverantwortlich an der Behandlung mitzuwirken (siehe auch Kapitel Was Sie selbst tun können);psychologische Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, Bewältigen von Stress, etwa mit Entspannungstraining.

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Bei Kindern und Jugendlichen soll die Schulung auch die Familie einbeziehen.

Informationen zur Asthma-Schulung bei Kindern und Jugendlichen finden Sie hier: www.asthmaschulung.de

Asthma-Aktionsplan

Ein Asthma-Aktionsplan ist ein wichtiger Bestandteil von Schulungsprogrammen. Er beinhaltet Ihre persönliche Behandlung und konkrete Vorgehensschritte im Notfall (mehr dazu im Kapitel "Vorgehen bei einem Asthma-Anfall" ab Seite 110). Wichtig ist, dass Sie den Plan ausführlich mit Ihrem Arzt besprechen. Sie können dort täglich Ihre Peak-Flow-Werte eintragen und ablesen, wie Sie bei plötzlichen Beschwerden vorgehen sollten. Gegebenenfalls können Sie die Dosis der Medikamente selbst anpassen. Sie sollen einen solchen Aktionsplan erhalten, der speziell auf Ihre Situation abgestimmt ist. Auf der Internet-Seite der Deutschen Atemwegsliga e. V. finden Sie eine Beispiel-Vorlage für einen Asthma-Aktionsplan: www.atemwegsliga.de/informationsmaterial-asthma.html

Abbildung 12: Asthma-Aktionsplan für Erwachsene

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Auf der Internet-Seite der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung e. V. gibt es für Kinder und Jugendliche eine Beispiel-Vorlage für einen Notfall-Plan: www.asthmaschulung.de

Abbildung 13: Notfall-Vermeidungsplan für Kinder und Jugendliche

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Körperliches Training

Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche mit Asthma gilt: Sport und körperliche Aktivitäten sind wichtig und gesund. Asthma ist kein Hinderungsgrund für Sport, im Gegenteil. Wer Asthma hat, dem helfen Sport und Bewegung. Wichtig dabei ist nur, dass Sie ein paar Grundsätze beachten. Für Kinder und Jugendliche ist die Teilnahme an Sportaktivitäten auch in sozialer Hinsicht wichtig.

Die Leitlinie empfiehlt:

Die Ärztin oder der Arzt soll Ihnen empfehlen, körperlich aktiv zu sein.

Die Expertengruppe legt sich dabei nicht auf bestimmte Sportarten oder Zeitpläne fest. Ihrer Meinung nach ist regelmäßige Bewegung, etwa in Form von Schul- oder Ausdauersport, von hoher Bedeutung für die allgemeine Gesundheit und das menschliche Miteinander. Auch zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Begleit-Erkrankungen ist körperliche Aktivität wichtig.

Viele Menschen mit Asthma bekommen Husten, pfeifende Atmung oder Luftnot, sobald sie sich anstrengen. Fachleute sprechen von einem sogenannten Anstrengungs-Asthma. Deshalb wird manchmal vermutet, der Sport sei in diesem Falle "ungesund". Das stimmt jedoch nicht. In der Regel liegt das daran, dass das Asthma nicht ausreichend mit Medikamenten kontrolliert ist. Deshalb sollen die Medikamente so gut eingestellt sein, dass Sie langfristig nicht auf Sport und Bewegung verzichten müssen. Insbesondere gilt dies auch für Kinder und Jugendliche.

Ein paar Regeln gilt es allerdings zu beachten: Wählen Sie möglichst eine Sportart aus, in der Sie langsam anfangen können und sich erst nach und nach belasten müssen. Außerdem ist es günstig, den Sport regelmäßig zu betreiben. Dadurch gewöhnen Sie sich an die Anstrengung. Wenn Sie häufig und regelmäßig Sport betreiben, stärkt Sie das. Mehrmals in der Woche entspannt Sport zu treiben, ist günstiger, als sich einmal in der Woche körperlich zu verausgaben.

Es ist wichtig, sich vor jeder sportlichen Aktivität aufzuwärmen, und am Ende die Belastung beziehungsweise das Tempo wieder langsam zu verringern. Plötzliche Wechsel der Belastung können Atembeschwerden oder Luftnot hervorrufen.

Wenn das Asthma allgemein gut kontrolliert ist und man nur selten bei körperlicher Anstrengung Beschwerden bekommt, dann sollen Erwachsene laut Expertenmeinung vor der körperlichen Belastung ein SABA-Spray inhalieren. Ihre Ärztin klärt Sie über die Vorteile und Nachteile dieses Vorgehens auf.

Besonders für ältere und schwer Erkrankte kann es vorteilhaft sein, sich nicht allein, sondern in einer angeleiteten Gruppe sportlich zu betätigen, etwa in einer Lungen-Sportgruppe (siehe Kapitel Lungen-Sportgruppen).

Auslöser meiden

Eine häufige Form von Asthma ist das allergische Asthma. Bestimmte Auslöser führen zu allergischen Reaktionen. Die Fachleute sind sich einig: Am wichtigsten bei allergischem Asthma ist es, den Auslöser – soweit es geht – zu meiden. Wenn das allein nicht hilft oder nicht möglich ist, kommen Medikamente zum Einsatz.

Die Leitlinie empfiehlt:

Nach Meinung der Expertengruppe soll das Vermeiden oder Verringern bekannter Auslöser zur grundlegenden Behandlung des allergischen Asthmas gehören.

Kommt der Körper nicht oder zumindest seltener mit den allergischen Auslösern in Kontakt, bessert sich der Krankheitsverlauf. Man benötigt dann keine oder weniger Medikamente. Bei vielen reicht dann eine niedrige Dosis aus, starke Medikamente sind meist nicht nötig. Dadurch gibt es weniger Nebenwirkungen.

Tier-Allergie

Kommt es durch Tierkontakt zu Asthma-Beschwerden und hat ein Allergie-Test eine Tier-Allergie nachgewiesen, so sollen Sie jeglichen Kontakt zum Tier und seinen Haaren beziehungsweise Federn vermeiden.

Das heißt leider auch: Haben Sie ein Haustier, ist es sehr ratsam, sich davon zu trennen. Da sich die Tier-Allergene noch sehr lange in der Wohnung befinden, kann es Monate dauern, bis sich die Asthma-Beschwerden bessern.

So schwer es ist, dieser Empfehlung zu folgen: Die Fachleute sind sich sicher, dass es für die Behandlung wichtig ist, sich von seinem Haustier zu trennen. Die Asthma-Beschwerden bessern sich erfahrungsgemäß deutlich, der Bedarf an Medikamenten sinkt.

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Bei Kindern und Jugendlichen kann das allergische Asthma auch ganz verschwinden, wenn das Tier nicht mehr in der Wohnung ist.

Lesen Sie auch das Patientenblatt "Asthma – Haustier abgeben bei Tierallergie": www.patienten-information.de/patientenblaetter/asthma-tierallergie

Hausstaubmilben-Allergie

In jedem Wohnraum gibt es Hausstaubmilben. Wurde bei Ihnen eine Allergie auf Hausstaubmilben nachgewiesen, so können Sie diesen Auslöser nicht gänzlich vermeiden. Ob es wirksam gegen die Asthma-Beschwerden ist, milbendichte Matratzenbezüge zu nutzen, weiß man nicht genau. Die Studien sind nicht eindeutig. Die Expertengruppe sieht darin eine Möglichkeit, die Milbenbelastung im Alltag zu verringern.

Es gibt weitere Tipps, wie man für weniger Milben in der Wohnung sorgt. Diese sind nicht in der Fachleitlinie beschrieben, sondern beruhen auf den gesammelten Erfahrungen von Patientinnen und Patienten:

  • regelmäßiges Waschen der Bettwäsche bei mindestens 60 Grad;

  • bei Kindern: möglichst keine Kuscheltiere im Bett oder Kuscheltiere regelmäßig bei 60 Grad waschen;

  • Vermeidung von "Staubfängern", einschließlich langhaariger Teppichböden, insbesondere im Schlafzimmer.

Hinweis zur spezifischen Immuntherapie:

Manchmal ist es nicht möglich, die Auslöser zu meiden. Es gibt Hinweise aus Studien, dass eine sogenannte spezifische Immuntherapie bei allergischem Asthma helfen kann, die Beschwerden zu lindern. Allerdings ist diese Behandlung mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Man erhält dabei in regelmäßigen Abständen über einen Zeitraum von etwa 3 Jahren gezielt den auslösenden Reizstoff. Man legt ihn sich unter die Zunge oder bekommt ihn unter die Haut gespritzt – zu Beginn in sehr geringer Menge. Diese wird dann nach und nach unter ärztlicher Aufsicht erhöht. Ziel ist, dass der Körper sich langsam an den Reizstoff gewöhnt. Fachleute nennen diese Behandlung daher auch Hyposensibilisierung.

Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob eine solche Behandlung für Sie möglicherweise in Frage kommt.

Rauchen aufgeben

Tabakrauch ist ein starker Reizstoff. Er belastet die Lunge. Der Rauch von Zigaretten und anderem Tabak kann die Asthma-Beschwerden verstärken und den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen. Kinder und Jugendliche mit Asthma reagieren besonders empfindlich auf diese Stoffe. Personen werden vom Tabakrauch auch belastet, wenn sie nicht selber rauchen, aber in einem Raum sind, in dem geraucht wird. Das nennt man Passivrauchen.

Die Leitlinie empfiehlt:

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt soll Ihnen raten, komplett auf Tabak zu verzichten und auch jedes Passivrauchen zu vermeiden. Fragen Sie nach geeigneten Unterstützungsangeboten.

Es gibt mehrere gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören, zum Beispiel:

  • Der Tabakrauch kann einen bedrohlichen Asthma-Anfall auslösen.

  • Tabakrauch verschlimmert die Entzündung der Atemwege. Dadurch werden Beschwerden noch stärker.

  • Rauchen schwächt die körpereigenen Abwehrkräfte. Wer raucht, ist deshalb anfälliger für Atemwegsinfekte.

  • Wer raucht, braucht meist mehr oder stärkere Medikamente, um die Asthma-Beschwerden in den Griff zu bekommen. Dann steigt auch das Risiko für Nebenwirkungen.

Gute Studien zeigen: Menschen mit Asthma, die weniger Tabakrauch ausgesetzt waren, hatten seltener einen schweren Asthma-Anfall und mussten deshalb seltener notfallmäßig behandelt werden. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche mit Asthma, die vor Passivrauchen geschützt wurden.

Es gibt verschiedene Angebote zur Tabakentwöhnung wie persönliche oder telefonische Beratungen. Eine Anlaufstelle kann die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sein: www.rauchfrei-info.de und Telefon 0800 8313131. Bei Bedarf kann Ihnen der Arzt auch eine verhaltenstherapeutische Einzel- oder Gruppenbehandlung oder bestimmte Medikamente anbieten.

Lesen Sie auch das Patientenblatt "Asthma – warum Rauchstopp hilft": www.patienten-information.de/patientenblaetter/asthma-rauchen

Neben Tabakrauch sind auch andere Schadstoffe in der Luft, wie etwa Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid, Stickstoffdioxid und Ozon, ein gesundheitliches Risiko – insbesondere für Menschen mit Asthma. Studien weisen darauf hin, dass das Einatmen dieser Schadstoffe häufiger zu schweren Beschwerden mit Aufsuchen einer Notaufnahme und zu vermehrten Krankenhaus-Aufenthalten führt.

Atemübungen

Es gibt Übungen, mit denen man die Atemtätigkeit und die Asthma-Beschwerden günstig beeinflussen kann. Diese Übungen wählt eine Physiotherapeutin individuell für den Betroffenen aus und wendet sie entsprechend an. Unter anderem können diese Übungen auch im Rahmen von Yoga stattfinden. Da die Studienlage zur Wirksamkeit dieser Atemübungen bei Asthma nicht eindeutig ist, grenzt die Expertengruppe die Empfehlungen auf bestimmte Personen ein: Menschen mit Asthma, bei denen die Atemtätigkeit von der Norm abweicht, sollen physiotherapeutische Atemübungen angeboten bekommen. Ebenso sollten Betroffene, die bei Atemnot sehr ängstlich reagieren oder bei denen sich vermehrt zäher Schleim in den Atemwegen bildet, ein Angebot zur Atem-Physiotherapie erhalten.

Körpergewicht kontrollieren

Menschen mit starkem Übergewicht kann das Atmen im Allgemeinen schwerfallen. Sie kommen sehr schnell außer Puste. Bei verengten Atemwegen durch Asthma verstärkt starkes Übergewicht die Beschwerden.

Die Leitlinie empfiehlt:

Bei Fettleibigkeit (Adipositas) soll Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt raten abzunehmen.

Wenn Sie stark übergewichtig sind (siehe Wörterbuch: Body-Mass-Index (BMI)) kann eine Gewichtsabnahme die Asthma-Kontrolle möglicherweise verbessern. Die Expertengruppe empfiehlt dies trotz unsicherer Studienlage, weil eine Gewichtsabnahme bei Adipositas allgemein gut für den Körper ist, etwa für Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sowie für Knochen und Gelenke als auch für die Psyche. Genießen Sie gesunde Speisen und essen Sie abwechslungsreich und kaloriengerecht. Es ist ratsam, in regelmäßigen Abständen das Gewicht zu kontrollieren.

Für gutes Raumklima sorgen

Die Leitlinie empfiehlt:

Schimmelbefall und Feuchtigkeit in der Wohnung sollen beseitigt werden.

Es gibt Hinweise aus Studien, dass bestimmte Schimmelpilze in den Wohnräumen bei Menschen mit Asthma Verschlechterungen begünstigen. Zudem haben Fachleute die Erfahrung gemacht, dass eine höhere Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu stärkeren Beschwerden führen kann. Daher empfiehlt die Expertengruppe ein gutes Raumklima und die Beseitigung von Schimmel. Ziel ist stets, dass Medikamente nur in möglichst geringer Dosis nötig sind.

Seelische und soziale Probleme besprechen

Manche Menschen mit Asthma fühlen sich durch die ständige Angst vor plötzlicher Luftnot seelisch belastet. Durch die Erkrankung sind vielleicht einige Freizeitaktivitäten nur beschränkt möglich. Auch soziale Kontakte können unter Umständen geringer sein als üblich.

Bei den regelmäßigen Untersuchungen soll die Ärztin Sie deshalb auch nach seelischen und familiären Problemen befragen. Berufliche und private Belastungen können den Verlauf des Asthmas ungünstig beeinträchtigen. Es ist empfehlenswert, dass Sie ehrlich darüber sprechen und möglichst offen antworten, wenn man Sie danach fragt. Denn es gibt gute Möglichkeiten, bei seelischen Beschwerden zu helfen. Ihr Arzt kann Ihnen psychosoziale Unterstützung und Beratung anbieten. Auch körperliche Aktivität verbessert seelische Beschwerden, dafür gibt es gute Belege. Reicht das nicht aus, ist eine psychotherapeutische Betreuung empfehlenswert.

An Asthma erkrankt zu sein, bedeutet nicht, dass Sie auf Ihren normalen und gewohnten Lebensalltag verzichten müssen. Allerdings stehen Sie vor der Aufgabe, sich mit den veränderten Bedingungen vertraut zu machen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen kann dabei sehr hilfreich sein (Adressen finden Sie im Kapitel Rat und Unterstützung).

3. Auflage, 2021. Version 1

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Spezielle Angebote für Menschen mit Asthma finden Sie unter den folgenden Adressen:

Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e. V. (BAG SELBSTHILFE)
Kirchfeldstraße 149
40215 Düsseldorf
Telefon: 02 11 / 3 10 06-0
Telefax: 02 11 / 3 10 06-48
E-Mail: info@bag-selbsthilfe.de
Internet: www.bag-selbsthilfe.de

Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V. (DAG SHG)
Otto-Suhr-Allee 115
10585 Berlin
Telefon 0 30 / 893 40 14
E-Mail: verwaltung@dag-shg.de
Internet: www.dag-selbsthilfegruppen.de

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Oranienburger Straße 13-14
10178 Berlin
Telefon: 0 30 / 2 46 36-0
Telefax: 0 30 / 2 46 36-1 10
E-Mail: info@paritaet.org
Internet: www.paritaet.org | www.der-paritaetische.de

Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)
Otto-Suhr-Allee 115
10585 Berlin
Telefon: 0 30 / 31 01 89 60
Telefax: 0 30 / 31 01 89 70
E-Mail: selbsthilfe@nakos.de
Internet: www.nakos.de

Sie können sich auch an diese Organisationen wenden:

Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V.
Telefon: 0 2 166 / 647 88 88
E-Mail: info@daab.de
Internet: www.daab.de

Deutsche Atemwegsliga e. V.
Telefon: 0 52 52 / 93 36 15
E-Mail: kontakt@atemwegsliga.de
Internet: www.atemwegsliga.de

Deutsche Lungenstiftung e. V.
Telefon: 0 5 11 / 21 55 110
E-Mail: info@lungenstiftung.de
Internet: www.lungenstiftung.de

Lungeninformationsdienst
E-Mail: lungeninformationsdienst@helmholtz-muenchen.de
Internet: www.lungeninformationsdienst.de

Lungensport AG in Deutschland e. V.
Telefon: 0 52 52 / 93 70 603
E-Mail: lungensport@atemwegsliga.de
Internet: www.lungensport.org

Deutsche Patientenliga Atemwegserkrankungen e. V.
E-Mail: info@pat-liga.de
Internet: www.pat-liga.de

Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e. V.
Telefon: 03831 / 27 88 117
E-Mail: post@asthmaschulung.de
Internet: www.asthmaschulung.de

Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e. V.
E-Mail: info@sauerstoffliga.de
Internet: www.sauerstoffliga.de

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